Das, was wir gestern abend in der 19-Uhr-Messe in St. Ludgeri erlebt haben, gab es wohl auch noch nie: Zu Beginn der Messe wurde noch für die versammelten Kardinäle gebetet, im Hochgebet dann schon: “vereint mit unserem neuen Heiligen Vater, der soeben gewählt worden ist” und zum Schluss der Hinweis, dass der Zelebrant den Namen auch noch nicht kennt, aber dass wir unseren ganzen Dank und unsere Hoffnung in das große Te Deum legen. Mitten in der Fastenzeit.

So also eilten meine beiden Mitschwestern und ich nach dem Schlusssegen schnellstens nach Hause, um die Nachrichten einzuschalten. Wir hätten uns aber Zeit lassen können, denn noch liefen auf sämtlichen Fernsehsendern die schon bekannten Spekulationen. Das “Habemus Papam” war noch nicht gesprochen, und weiterhin rieten auf dem Petersplatz bibbernde Journalisten mit Kirchenprominenten um die Wette, wer es wohl sein möge und wie er wohl heiße. Dazwischen wurden immer wieder Bilder vom weißen Rauch eingeblendet, der aus dem wenig repräsentativen Blechrohr auf der Sixtinischen Kapelle strömte.

Nach der Ankündigung, dass der neue Papst Jorge Mario Bergoglio ist, löste bei uns erst mal eine Reaktion aus: “Wer?” Aber die aufgeschlagene Kirchenzeitung mit der Übersicht der Kardinäle lag noch auf dem Tisch, und so wussten wir schnell, dass es sich um einen Argentinier handelte, also einen Nichteuropäer – insofern Erwartung erfüllt -, aber um einen mit 76 Jahren doch schon etwas älteren – insofern überraschend – und nicht um einen in den letzten Tagen groß gehandelten “Spitzenkandidaten”. Und die Wahl des Namens Franziskus war ebenso überraschend, aber doch sehr sympathisch.

Als er sich dann in der Loggia zeigte, der neue Heilige Vater, hatten wir zuerst den Eindruck, dass er erst einmal einen Moment der Besinnung brauchte, um zu begreifen, dass er jetzt der Petrusnachfolger ist und derjenige, dem diese riesige Menge da unten zujubelte. Sinnend schaute er herunter, bevor er endlich das Wort ergriff. Wir werden ihn jetzt öfter hören.

Für den Moment aber ist es in unseren Breitengraden ein Fremder, der jetzt unser oberster Hirte sein soll. Man hört und liest ja gleich wieder viel – er habe der argentinischen Militärdiktatur zu nahe gestanden, aber er sei den Armen sehr verbunden etc. pp. Ich für meinen Teil wollte auch wissen, was er selbst zu sagen hat, mir ein eigenes Bild machen.  Deshalb habe mir seinen Hirtenbrief zur Fastenzeit 2013 herausgesucht und durchgelesen. Meine Übersetzung für Euch folgt hier:

An die Priester, Gottgeweihten und Laien der Erzdiözese.

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider,

und kehrt um zum Herrn, Euren Gott!

Denn er ist gnädig und barmherzig,

langmütig und reich an Güte …

 

Immer mehr gewöhnen wir uns daran, durch die Kommunikationsmittel das Schwarzbuch der gegenwärtigen Gesellschaft zu hören und zu sehen, das mit einer beinahe perversen Freude präsentiert wird, und wir gewöhnen uns ebenfalls daran, es zu berühren und zu fühlen – in unserer Umgebung und unserem eigenen Fleisch. Das Drama spielt auf der Straße, im Viertel, in unserem Haus und, warum auch nicht, in unserem Herzen. Wir leben zusammen mit der Gewalt, die tötet, die Familien zerstört, die Kriege und Konflikte in so vielen Ländern der Welt entfacht. Wir leben zusammen mit dem Neid, dem Hass, der Verleumdung, der Weltlichkeit in unserem Herzen. Das Leiden Unschuldiger und Friedliebender hört nicht auf uns zu ohrfeigen; die Missachtung der Rechte der Menschen und der schwächeren Völker sind nicht sehr weit von uns; die Herrschaft des Geldes mit seinen dämonischen Effekten wie Drogen, Korruption, der Menschenhandel – auch der Kinderhandel – zusammen mit der materiellen und moralischen Armut sind gängige Praxis. Die Zerstörung der menschenwürdigen Arbeit, die schmerzhaften Auswanderungen und das Fehlen einer Zukunft stimmen in diese Sinfonie mit ein. Unsere Fehler und Sünden als Kirche bleiben ebenfalls nicht außerhalb dieses großen Panoramas. Der persönliche Egoismus, der gerechtfertigt, dadurch aber nicht kleiner ist, das Fehlen ethischer Werte in einer Gesellschaft, das Metastasen in den Familien bildet, in dem Zusammenleben der Stadtteile, Dörfer und Städte, erzählen uns von unserer Begrenztheit, unserer Schwäche und unserer Unfähigkeit, diese endlose Liste von zerstörerischen Realitäten zu verwandeln.

Die Falle der Ohnmacht bringt uns zum Denken: Hat es einen Sinn zu versuchen, all das zu ändern? Können wir angesichts dieser Situation etwas tun? Lohnt es sich, es zu versuchen, wenn die Welt weiter ihren Karnevalstanz aufführt, der alles eine Zeit lang verschleiert? Trotzdem, wenn die Maske fällt, erscheint die Wahrheit, und, obwohl es für viele anachronistisch scheint es zu sagen, erscheint wieder die Sünde, die unser Fleisch mit all ihrer zerstörerischen Kraft verwundet, indem sie alle Schicksale der Welt und der Geschichte verbiegt.

Die Fastenzeit präsentiert sich uns als ein Schrei der Wahrheit und der sicheren Hoffnung, der uns antwortet: Ja, es ist möglich, uns nicht zu beschönigen und mit Plastiklächeln zu schminken, als ob nichts passieren würde. Ja, es ist möglich, dass alles neu und anders wird, weil Gott weiterhin „reich an Güte und Erbarmen, immer bereit zu verzeihen“ ist und uns ermutigt, immer wieder neu anzufangen. Heute sind wir von neuem eingeladen, einen österlichen Weg zum Leben zu beginnen, einen Weg, der das Kreuz und die Entsagung beinhaltet, der unbequem, aber nicht unfruchtbar sein wird. Wir sind eingeladen anzuerkennen, dass etwas nicht gut läuft in uns selbst, in der Gesellschaft und in der Kirche, uns zu ändern, umzukehren, uns zu bekehren.

Stark und herausfordernd sind an diesem Tag die Worte des Propheten Joel: Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott. Sie sind eine Einladung an alle Menschen, niemand ist ausgeschlossen.

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider über eine künstliche Buße ohne Zukunftsgarantie.

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider über ein formales Fasten und einer Pflichterfüllung, die satt bleiben lässt.

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider über ein oberflächliches und egoistisches Beten, das nicht an das Innerste des eigenen Lebens heranreicht, um es von Gott berühren zu lassen.

Zerreißt eure Herzen, um mit dem Psalmisten zu sagen: „Wir haben gesündigt.“ „Die Wunde der Seele ist die Sünde: Oh armer Verwundeter, erkenne deinen Arzt! Zeige ihm die Wundmale deiner Schuld. Und weil sich vor ihm unsere geheimen Gedanken nicht verstecken lassen, lass ihn das Klagen deines Herzens spüren. Bewege ihn zum Mitleid mit deinen Tränen, mit deiner Eindringlichkeit, bedränge ihn! Er soll deine Seufzer hören, dein Schmerz soll zu ihm dringen, so dass er dir schließlich sagen kann: Der Herr hat deine Sünden vergeben.“ (Hl. Gregor der Große) Dies ist die Realität unseres menschlichen Daseins. Dies ist die Wahrheit, die uns der echten Versöhnung annähern kann … mit Gott und mit den Menschen. Es geht nicht darum, das eigene Selbstwertgefühl zu diskreditieren, sondern in das tiefste Innere unseres Herzens zu dringen und uns um das Geheimnis des Leides und des Schmerzes zu kümmern, das uns seit Jahrhunderten, Jahrtausenden fesselt… von Anfang an.

Zerreißt eure Herzen, damit wir uns durch diese Verwundung in Wahrheit anschauen können.

Zerreißt eure Herzen, öffnet eure Herzen, weil nur in ein zerrissenes und geöffnetes Herz die barmherzige Liebe des Vaters, der uns liebt und uns heilt, eindringen kann.

Zerreißt eure Herzen, sagt der Prophet, und Paulus fleht uns fast auf Knien an: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“ Die Lebensweise ändern ist das Zeichen und die Frucht dieses zerrissenen und versöhnten Herzens durch eine Liebe, die uns übersteigt.

Das ist die Einladung, angesichts der vielen Wunden, die uns schaden und uns in die Versuchung führen können, uns zu verhärten: Zerreißt eure Herzen, um im stillen und ruhigen Gebet die Sanftheit und Zärtlichkeit Gottes zu erfahren.

Zerreißt eure Herzen, um dieses Echo so vieler zerrissener Leben zu hören, und damit die Gleichgültigkeit uns nicht unbewegt lässt.

Diese liturgische Zeit, die die Kirche heute beginnt, ist nicht nur für uns, sondern auch für die Verwandlung unserer Familie, unserer Gemeinschaft, unserer Kirche, unseres Vaterlandes, der ganzen Welt. Es sind vierzig Tage, um umzukehren zur ureigensten Heiligkeit Gottes, damit wir uns verwandeln in Arbeiter, die die Gnade und die Möglichkeit empfangen, das menschliche Leben wieder aufzubauen, damit jeder Mensch die Erlösung erfährt, die Christus uns mit seinem Tod und seiner Auferstehung errungen hat.

Außer dem Gebet und der Buße bereiten wir uns auch darauf vor, als Zeichen unseres Glaubens an die Macht von Ostern, die alles verwandelt, wie jedes Jahr unsere „Geste der fastenzeitlichen Solidarität“ zu beginnen. Als Kirche in Buenos Aires, die auf Ostern zugeht und glaubt, dass das Reich Gottes möglich ist, ist es für uns nötig, dass aus unseren durch den Wunsch nach Umkehr und die Liebe zerrissenen Herzen Dankbarkeit und eine kraftvolle Geste aufblühen, die den Schmerz so vieler Brüder und Schwestern lindern, die mit uns auf dem Weg sind. „Kein Akt der Stärke kann groß sein, wenn aus ihm nicht auch Nutzen für die anderen hervorgeht … sodass, sosehr du den Tag mit Fasten verbringst, soviel du auf dem harten Boden schläfst und Staub isst und unablässig seufzt, solange du anderen nichts Gutes tust, du nichts Großes tust.“ (Hl. Johannes Chrysostomus)

Dieses Jahr des Glaubens, durch das wir gehen, ist auch die Gelegenheit, die Gott uns schenkt zum Wachsen und Reifen in der Begegnung mit dem Herrn, der sich sichtbar macht in den leidenden Gesichtern so vieler Kinder ohne Zukunft, in den zitternden Händen der vergessenen Alten und in den wankenden Knien so vieler Familien, die weiterhin dem Leben die Brust geben ohne jemanden zu finden, der sie unterstützt.

Ich wünsche Ihnen eine heilige Fastenzeit, eine büßende und fruchtbare Fastenzeit, und, bitte, beten Sie für mich. Jesus segne Sie und die Heilige Jungfrau schütze Sie.

Väterlich

Kardinal Jorge Mario Bergoglio SJ

Verfasst von: Cornelia | 15. Februar 2013

Meine ersten Gelübde – ein Bericht

Mit der Professkerze

Mit der Professkerze

Unglaublich: Schon fast zwei Wochen sind vergangen seit diesem bedeutenden und sehr glücklichen 2. Februar, an dem ich mein erstes Gelübde ablegen durfte. Noch immer erinnere ich mich an jedes kleine Detail des Tages, als wäre es gerade eben erst gewesen. Seit November hatte ich mich ja bereits in Münster auf die Profess vorbereitet, mit Gebet, Unterricht und Lesen. Die letzte Woche vor der Feier habe ich dann aber in Detmold verbracht, wo ich schon vor dem Altar beten konnte, vor dem ich dann auch mein Gelübde abgelegt habe. Dieses Gelübde ist erst einmal für ein Jahr, und darauf folgt bei uns fünf weitere Male die Gelübdeablegung auf ein Jahr und einmal auf drei Jahre, bevor sich dann nach insgesamt neun Jahren die Lebensweihe anschließt.

In der Vorbereitungswoche wurde ich jeden Tag nervöser. Das ist wahrscheinlich wie bei anderen Leuten vor der Hochzeit. Da war ich sehr froh, dass mir mein geistlicher Begleiter aus  Studienzeiten an zwei Einkehrtagen zur Seite stand. Ab Freitag nachmittag wurde ich auch tatsächlich viel ruhiger, und am Samstag morgen vor der Heiligen Messe war ich sogar ziemlich gefasst. Es war alles wunderbar organisiert und

Beim Einzug

Beim Einzug

vorbereitet, meine Eltern und Geschwister hatte ich am Tag vorher trotz stiller Tage schon kurz begrüßen können, die Laudes vom Tag der Gelübdeablegung waren wunderschön gesungen worden und ich wartete in einem Raum nahe unserer Kapelle auf den Beginn der Hl. Messe. Auf dem Tisch stand die von einer spanischen Mitschwester (in Spanien hatte ich ja das erste halbe Jahr in der Gemeinschaft verlebt) sehr liebevoll und wunderschön für mich gestaltete Professkerze, und mit mir warteten  die Institutsleiter die Gebietsleiterin und die Ausbildungsleiterin sodass ich nicht allein war.

Dann kam der Moment des Einzugs: Die beiden Priester kamen mit den liturgischen Diensten und holten uns ab. Gemeinsam zogen wir außen herum in die Kapelle ein, wo die Festgemeinde wartete. Zusätzlich zu den Mitgliedern unserer Gemeinschaft hatte ich einige Freunde, ein paar Kollegen von der Bahnhofsmission und einige Weggefährten vom Stadtnoviziat in Münster eingeladen. Alle hatten brennende Kerzen in der Hand, weil wir ja auch Darstellung des Herrn feierten, und die Messe begann mit der Kerzenweihe hinten an der Orgel. Wie wunderschön sich diese beiden Feiern kombinieren ließen! Als wir dann in Prozession nach vorne zogen, strahlte ich wohl mit meiner Kerze um die Wette.

Kerzen, vorbereitet für die Kerzenweihe

Kerzen, vorbereitet für die Kerzenweihe

Nach der wunderbaren Predigt  kam dann der Moment der Gelübdeablegung. Es begann mit dem Skrutinium, der Befragung, ob ich bereit sei, die Gelübde der Keuschheit, der Armut, des Gehorsams, der Beharrlichkeit und des gottgeweihten Lebenswandels abzulegen. Mit großer Freude gab ich jeweils meine Antwort: „Ich bin bereit.“  Danach durfte ich die auf dem Altar liegende Urkunde unterzeichnen und sie anschließend vor dem Altar stehend verlesen. Dann durfte ich endlich das Suscipe singen („Suscipe me Domine secundum eloquium tuum et vivam, et ne confundas me ab expectatione mea.“ – Nimm mich auf, o Herr, wie Du verheißen hast, und ich werde leben, lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern. Diesen Gesang singen alle Benediktiner am Tage ihrer Gelübdeablegung.) – ein Moment, auf den ich so viele Jahre gewartet habe. Aber das Warten hat sich gelohnt.

Unterschrift

Unterschrift

Im Anschluss ging ich mit der Gebietsleiterin wieder nach hinten zur Orgel, wo sie meine Professkerze an der Osterkerze entzündete und mir übergab. Nun durfte ich sie durch den Mittelgang zum Altar tragen – und ich kann sagen, dass ich diesen Weg wirklich im unsagbaren Glück der Liebe lief. So eine Freude war es auch, als mir die verantwortlichen Mitschwestern und die beiden Priester den Friedensgruß gaben!

Zeichen meiner Hingabe: Urkunde und Professkerze auf dem Altar

Zeichen meiner Hingabe: Urkunde und Professkerze auf dem Altar

Nach der Heiligen Messe ging die Feierlichkeit in der Jugendbildungsstätte weiter. Nach dem Ständchen durften mir zuerst meine Eltern, mein Bruder und meine Schwester gratulieren, danach alle anderen. Dann aßen wir die leckeren Suppen, die das Küchenteam gekocht hatte und ließen uns auch die vielen tollen Nachtische sehr schmecken.  Nach dem Mittagessen und einem Kaffee reisten auch schon die meisten Gäste wieder ab. Aber meine Familie konnte noch bis zum nächsten Tag bleiben, sodass sie auch bei der weiteren Feier am Abend dabei war. Dort wurde noch eine Präsentation zum Thema „Schatzsuche“ gezeigt, die eine Mitschwester für mich vorbereitet hatte. Eine besondere Überraschung dabei war, dass sie von Facebook und meinem Blog die schönsten Bilder auch schon aus früheren Zeiten geholt und eingebaut hatte.

Der Tag ist vorbei, aber im Herzen trage ich diesen Schatz. Meine Augen haben in meiner Zeit in der Gemeinschaft das Heil gesehen, und ich glaube, dass ich noch Größeres sehen werde. Ich freue mich auf die schönen Jahre, die noch kommen!

Verfasst von: Cornelia | 1. Januar 2013

Neujahrsgebet

Allen wünsche ich ein gutes Neues Jahr. Möge 2013 ein Jahr des Segens werden – für Euch und die ganze Welt.

Ein kleines Schmankerl habe ich für Euch. Hier in Münster ist es recht bekannt, aber ich glaube, sonst nicht so sehr. Von daher wird es viele erfreuen – denn so mancher Wunsch aus dem folgenden Gebet ist heute noch sehr aktuell.

Neujahrsgebet
des Pfarrers von St. Lamberti zu Münster
aus dem Jahre 1883
Herr, setze dem Überfluß Grenzen
und lasse die Grenzen überflüssig werden.

Lasse die Leute kein falsches Geld machen
und auch das Geld keine falschen Leute.

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere solche Beamte, Geschäfts-und Arbeitsleute,
die wohl tätig,
aber nicht wohltätig sind.

Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.

Herr, sorge dafür, daß wir alle
in den Himmel kommen,
aber nicht sofort.

Für mich wird es – wieder einmal – ein spannendes Jahr werden. Eine besondere Freude ist (so Gott will und wir leben) bereits bekannt: Ich werde in ihm die ersten Gelübde ablegen und eine Sendung in eine konkrete Aufgabe bekommen. Dafür bitte ich um Euer Gebet und um Gottes Segen.

Verfasst von: Cornelia | 25. Dezember 2012

Kommt zur Krippe

Als tiefes Schweigen das All umfing
und die Nacht bis zur Mitte gelangt,
da sprang dein allmächtiges Wort
vom Himmel herab, o Gott,
vom königlichen Thron.

(aus einem Responsorium der Vigil von Weihnachten)

 

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Mit einer ganz besonders süßen Krippe, die ich von meiner Schwester bekommen habe, möchte ich allen ein gesegnetes und gnadenreiches Weihnachtsfest wünschen. Wenn Gott Mensch werden könnte, dann sollten wir es auch einmal versuchen.

Verfasst von: Cornelia | 9. Dezember 2012

Siehe, der Herr wird kommen

BildAdvent. Ankunft. Der Herr wird kommen. “Aber Jesus ist doch schon geboren”, habe ich die Worte einer Erzieherin aus dem Kindergarten, in dem ich ehrenamtlich helfe, im Ohr. Sie überlegt, ob sie dem Drängen von Kindern und Eltern nachgibt, in die Krippe im Eingangsbereich des Kindergartens, die dort nacht dem ersten Advent aufgebaut wurde, und an der schon Maria, Josef, Hirten, Engel und Schafe versammelt sind, auch das Jesuskind schon hineinzulegen. Ja, richtig, Jesus ist schon geboren, die Welt ist schon erlöst. Wir warten dennoch – aber als Erwachsene eigentlich nicht mehr in diesem Sinne auf Weihnachten. Ich mein, die Kinder, die warten wirklich auf Weihnachten – kann ihnen auch keiner verdenken, denn es ist ja einer der  schönsten Tage im Jahr für sie.

Aber warten die Erwachsenen überhaupt auf Weihnachten? Ich glaube, das tun sie eigentlich nicht. Weihnachten ziehen sie vor, einfach um ein paar Wochen. In diesem Jahr habe ich genau am 27. November das erste Mal “Stille Nacht” gehört, als ich auf dem Fahrrad an einem der fünf Münsteraner Weihnachtsmärkte vorbeifuhr. Diese werden am Montag vor (!) dem ersten Advent eröffnet. Warum warten Erwachsene eigentlich nicht auf Weihnachten? Ich glaube, weil Warten in unserer Gesellschaft mittlerweile fast ausschließlich negativ assoziiert wird. Bei der Bahnhofsmission treffe ich oft auf Reisende, deren Zug zehn oder zwanzig Minuten verspätet ist und die das “schrecklich” finden. Nein, möchte ich manchmal sagen, schrecklich ist, dass jeden Tag in der Welt Kinder verhungern oder an Krankheiten sterben, die wir mit einfachster Medikation heilen können. Wenn der Zug ein wenig verspätet ist, ist das nicht schrecklich, sondern ärgerlich – sofern ich mich darüber ärgern möchte. (Helfen tut es aber auch keinem.) Aber warten zu müssen, so erlebe ich auch in Arztpraxen oder in Kassenschlangen, scheint für viele wirklich schlimm zu sein, vertane oder verlorene Zeit. Vielleicht ist das der Grund, dass viele nicht mehr auf Weihnachten warten, sondern die eigentliche Feier auf die Wochen davor verlegen. Denn da hat die Erzieherin aus dem Kindergarten recht: Jesus ist ja schon längst geboren. Da ist es vielleicht sogar konsequent, dass nun tatsächlich auch schon einige Wochen vor Weihnachten das Kind in der Kindergartenkrippe liegt.

Aber das entbindet nicht uns Erwachsene von unserem Warten, denn wie ich schon schrieb: Die Erwachsenen warten in Wirklichkeit gar nicht auf Weihnachten. Denn die Adventszeit will uns ja eigentlich ins Bewusstsein rufen, dass die Wiederkunft Christi noch aussteht, auf die wir noch warten. Aber tun wir das? Schließlich wurde diese uns schon vor knapp 2000 Jahren verheißen, und immer noch ist sie nicht gekommen. Und das, wo das Warten uns so quält und wir doch so viel anderes zu tun haben. Weihnachtsmärkte, Weihnachtssterne, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsplätzchen, Weihnachtsgeschenke,Weihnachtskarten – alles will erledigt sein. Vielleicht erwecken aus diesem Grund selbst von den gläubigen Christen nur noch die allerwenigsten den Eindruck, die Wiederkunft Christi zu erwarten. Wann die sein wird, wissen wir nicht, aber wir sollen uns dennoch vorbereiten. Dafür gibt es ja auch in der Liturgie jetzt die vielen Lesungen, die uns auffordern, uns bereit zu machen und die Dinge, die in unserem Leben noch krumm laufen, wieder gerade zu biegen – weil der Tag des Herrn überraschend kommt wie ein Dieb in der Nacht. Vielleicht erlebt ihn jeder von uns unterschiedlich, in der Todesstunde oder auf noch andere Weise. Aber dann wird der Herr kommen, wie es in den alten Schriften heißt, und alle Heiligen mit ihm. Und an jenem Tag wird ein großes Licht erstrahlen, halleluja.

Verfasst von: Cornelia | 8. November 2012

Die 100 Wörter der Benediktsregel

Mein Praktikum ist ja jetzt zuende. Seit dem 31. Oktober bin ich wieder in Münster, wo die Ausbildungsgruppe unserer Gemeinschaft angesiedelt ist. Jetzt heißt es für mich wieder: Unterricht, Studierzeit, Ehrenamt.

Heute kam mir die Idee, die Benediktsregel einmal als Wort-Wolke darzustellen. Wort-Wolken sind so Darstellungen, in denen die häufigsten Wörter eines Textes gruppiert werden – die, die sehr oft vorkommen, sehr groß – die, die weniger oft vorkommen, kleiner. Das kann helfen, schnell zu erfassen, worum es in einem Text geht. Und außerdem ist es “in”.
Ich hab mal die Wörter auf ihre Grundformen zurückgeführt – egal, ob im Text der Benediktsregel “singt” oder “gesungen” steht, in der Wort-Wolke wird es als “singen” gezählt. Außerdem wurden automatisch Artikel, Füllwörter und ähnliches entfernt. So blieben nur wirklich sinntragende Wörter übrig. Das Ergebnis will ich nicht länger hinauszögern – voilà, die 100 wichtigsten Wörter der Benediktsregel!

Verfasst von: Cornelia | 10. Oktober 2012

Rhön, rhöner, am rhönsten

Die Rhön ist wunderschön. Dieser Satz fasst einen Teil meiner Erfahrungen der letzten Monate zusammen. Oh, es ist wirklich eine landschaftlich wunderbare Lage, die der Michaelshof zu bieten hat. Berge, Wälder, Moore, Kühe, Schafe – und von all dem jede Menge. Natürlich gibt es auch tolle Ausflugsziele in der Umgebung, nicht nur Natur, sondern auch Kultur.

Für mich ist es ein weiterer Teil der “Probe aufs Exempel”: Kann ich mitten in der Welt – und mitten in der Arbeit – ein geistliches Leben in Gemeinschaft führen? Es ist doch eine ganz andere Anforderung als zuvor in der Ausbildungsgruppe oder im Zentrum der Gemeinschaft – hier gibt es nämlich eines nicht: einen ganz und gar geregelten Zeitablauf. Hier führen wir mit dem Michaelshof einen Betrieb, genauer gesagt: eine Familienferienstätte. Und die lässt es nicht immer zu, das Leben nach den Gottesdienstzeiten auszurichten. Wenn ein Kurs anreist, können wir nicht gleichzeitig die Vesper beten. Wenn abends ein Gast noch dringend etwas braucht oder besprechen muss, können wir nicht das “Schweigen nach der Komplet” einhalten, ganz klar. Hier müssen Gebet und Arbeit in anderer Weise in Einklang gebracht werden als an anderen Orten. Eine wertvolle Erfahrung. Auch die Freizeit bekommt einen anderen Stellenwert. Manchmal gibt es davon recht wenig, manchmal wird dann aber auch etwas intensiver “nachgeholt” … Die Sorge um Gäste und Mitarbeiter gibt einen anderen Rhythmus vor, aber auch in diesem kann man ein gutes Leben und ein geistliches Leben führen, wenn man gut darauf achtet.

Natürlich stellt sich hier wie immer auch die Frage nach meiner Tätigkeit (neben dem Beten): Ich bin eigentlich hier überall und nirgends. Mal helfe ich im hauswirtschaftlichen Bereich (beim Putzen, Bettenbeziehen etc.), mal sitze ich an der Anmeldung und helfe, kleine oder größere Wünsche der Gäste zu erfüllen, mal arbeite ich “hinter den Kulissen” an der Gestaltung des neuen Jahresprogrammes, mal kämpfe ich in den riesigen Beeten gegen das Unkraut, mal betreue ich Kinder … Alles auf seine Weise reizvoll, alles wichtig, und in jeder Hinsicht abwechslungsreich! Es macht Freude, mit Menschen und für Menschen zu arbeiten. Der Dienst an den Familien ist dabei für mich besonders wertvoll. Und wenn ich frei habe, versuche ich erfolglos, unsere Bücherregale durchzulesen oder die ganze Umgebung zu durchwandern. :-)
Ein paar meiner vielen Fotos habe ich auch wieder zusammengestellt. Viel Spaß beim Gucken!

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Verfasst von: Cornelia | 7. Juni 2012

Bonifatius

Gut, heute ist Fronleichnam, aber vorgestern, da war Bonifatius! Und der Hl. Bonifatius ist nicht nur der Patron des Bistums Fulda, in dem ich jetzt gut angekommen bin, sondern auch der unseres Säkularinstituts, und somit für uns natürlich besonders wichtig. Seine Geschichte ist vielleicht an diesem Tag gut erzählt mithilfe des Bonifatiusliedes, das hier im Bistum jedes Kind kennt und schmettert … Ein echtes lokales Traditionsgut!

1.
Wie heilig hast du, Gottesfreund,
hier nach dem Heil gestrebet,
wie selig bist du dort vereint,
mit Gott, dem du gelebet,
nun schaust du Gottes Herrlichkeit
in himmlischer Zufriedenheit.

Refrain:
Für uns, die wir noch ringen, nach unserm Heil im Erdental,
bitt’ Gott, dem wir hier singen, dort in dem großen Himmelssal,
o heil’ger Bonifatius!

2.
Du hast in Rosen dieser Welt
die Schlange bald erblicket,
die manchen Menschen Überfällt
und durch ihr Gift ersticket.
Du eiltest schon zum Ordensstad,
eh’ du die falsche Welt erkannt.

3.
Zum Priester, da du warst geweiht,
das Opfer Gott zu bringen,
wie froh wollt’ deine Frömmigkeit
zu Gott empor sich schwingen.
Gleich einem Seraph glühtest du,
die Liebesglut nahm immer zu.

4.
Die Liebe zu des Nächsten Heil,
von Gottes Lieb’ entsprungen,
hat tief, gleich einem scharfen Pfeil,
dein liebend Herz durchdrungen.
Es wünscht, daß alle insgemein
mit Jesus möchten selig sein.

5.
Mit großem Mut gehst du zu Werk,
der Heid’ soll Gott erkennen;
auf Friesland ziehlt dein Augenmerk,
der Fries’ soll Jesus nennen.
Doch nein, denn noch kein Gnadenstrahl
erscheint den Heiden dieses Mal.

6.
Der hohe Seelenhirt zu Rom
erteilet dir den Segen;
nun strömt die Gnad’ in reichem Strom dem Heidentum entgegen.
In Friesland auch stieg nun empor
die Himmelsehr’in vollem Flor.

7.
Welch’ Liebe wallt in deiner Brust
zu so entfernten Seelen!
Wer machte dir die feurig’ Lust,
das deutsche Land zu wählen?
Mit Recht hält dich das deutsche Reich
in Ehren, den Aposteln gleich.

8.
Es war die Herde Christi groß
im Glauben allenthalben;
der Oberhirt’ in Rom beschloß,
zum Bischof dich zu salben.
Er weihte dich, da er dir gab
für’s deutsche Land den Hirtenstab.

9.
Zur reichen Ernte wolltest du
noch mehr Apostel senden;
du wähltest jene nur hinzu,
die von der Welt sich wenden.
Um zu erreichen dieses Ziel,
erbautest du der Klöster viel.

Bonifatius fällt die Donareiche

Bonifatius fällt die Donareiche. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius

10.
Die Götzentempel stürzten ein,
wo du dich hingekehret;
den Opfertisch, den dunklen Hain
hat deine Hand zerstöret;
bald hast du der Dreifaltigkeit
viel’ neue Tempel eingeweiht.

11.
Da du an deines Lebens Rand
nach vieler Müh’ gekommen,
hast du den Weg ins Friesenland
zum letztenmal genommen,
weil dir die Materkrone dort bestimmt
war von dem ew’gen Wort.

12.
Den Christen warst du dort bereit,
die Firmung zu erteilen;
allein dich überfiel der Heid’
mit Dolchen un mit Keulen.
Der blut’ge Tod war dir schon nah,
doch standest du unerschrocken da.

13.
Der Heid’ zwingt dir den Stahl mit Wut
ins Haupt der Leib sinkt nieder;
die Erde trinkt dein teures Blut,
es starren deine Glieder.
Zu Gott steigt deine Seel’ empor
und freut sich in dem Engelchor.

14.
Zwar Mainz und Utrecht rüsten sich,
dich herrlich zu begraben;
doch nein, du willst, nur Fuld’ soll dich
und deinen Körper haben.
O wie erteilst du deinem Fuld’
ein Pfand der wahren Vaterhuld.

15.
Sankt Winfried, hilf die Glaubenssaat,
durch die du uns beglücket,
bewahren treu, bis Gottes Gnad’
uns dieser Zeit entrücket!
Wir alle wollen im Verein
stets deines Grabes Hüter sein.

16.
O Glaubensvater, sieh die Not,
in der wir uns befinden,
still Gottes Zorn, wenn er uns droht,
zu strafen unsre Sünden.
Bitt ihn, daß seine starke Hand
uns schütze samt dem Vaterland.

(Text und Melodie: Fuldaer Gesangbuch 1778)

Verfasst von: Cornelia | 2. Juni 2012

Schon wieder vorbei …

Ups!

Morgen zieh ich ja schon wieder um – und habe Euch immer noch nicht verraten, was ich hier eigentlich gemacht habe. An der geringen Artikelzahl konnte ein kluger Leser schon ablesen, dass ich mich zumindest nicht gelangweilt habe …

Also, was die Arbeit anging, war ich – neben anderen kleinen Aufgaben – vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ich durfte mitarbeiten an der Vorstellung einiger unserer Projekte in der “Mission”, will meinen in Übersee. Da ging es um Flyer, PowerPoints, aber auch um einfach mal schnell eben ‘nen Text. Und halt normalerweise von vorne bis hinten, von der ersten Idee über die Auswahl der Bilder etc. und die (informations-)technische Umsetzung bis zum fertigen Produkt. Das war eine echt spannende Arbeit, die mir ganz viel Freude und gute Laune gemacht hat.

Dazwischen gab es auch vereinzelt Ereignisse, die den Alltag auf sehr schöne Weise unterbrochen haben, zum Beispiel den Besuch der Franziskusausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn oder die Teilnahme am Katholikentag (und Mitarbeit im Klettergarten der Berufungspastoral, wo ich neben anderen bekannten Gesichtern auch Vaticarsten mal live und in Farbe getroffen habe).

Heute packe ich schon wieder meine Koffer (also, wenn ich nicht gerade blogge) und fahre dann morgen zu meiner nächsten Station, Teil II des Praktikums auf dem Michaelshof in der Rhön. Bis dahin Gottes Segen.

Verfasst von: Cornelia | 21. April 2012

Ein Witz

Josef von Arimatäa kommt nach Hause und sagt: “Du, Schatz, ich muss Dir was gestehen.”
“Was denn?”, fragt seine Frau.
“Ich habe unsere Grabstätte vergeben.”, sagt Josef.
“WAS? WIE KONNTEST DU …”
“Ach, reg Dich nicht auf”, unterbricht sie Josef, “Es ist nur fürs Wochenende.”

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