Verfasst von: Cornelia | 14. August 2010

Alle reden vom Wetter. Ich auch. – inkl. Tagesplan

Endlich hat es etwas abgekühlt! Das heißt: Tageshöchsttemperaturen um die 30° statt um die 40°. Herz, was willst Du mehr? Noch vor einer guten Woche schwitzten wir hier aus allen Poren, und vor allem die älteren Frauen hier litten noch darüber hinaus unter Schmerzen, Kreislaufproblemen und Müdigkeit. Wer konnte, floh einen Nachmittag oder sogar bis zu einer Woche in die Berge, wo eine Freundin der Gemeinschaft eine Wohnung besitzt. Dort war es immer noch warm genug (eben auch so um die 30°), aber dennoch immerhin spürbar kühler. Und als Extra-Bonbon gab es eine wunderschöne Landschaft und natürlich den Swimmingpool …

Nun werde ich schon lange nach unserem normalen Tagesablauf hier in der Gruppe in Spanien gefragt und will den daher nicht länger verheimlichen. Allerdings weise ich darauf hin, dass dies hier die Sommer-Variante ist: Wir schlafen etwas länger, da die Morgen“frische“ (bisher um die 26°, jetzt um die 20°) den erholsameren Schlaf gewährt.

07:30 – Betrachtung (nicht für mich, ich bin Postulantin, mit der Betrachtung geht es erst im Noviziat los. Für mich klingelt um 7:30 erst der Wecker.)
08:00 – Laudes – Morgengebet der Kirche
08:30 – Frühstück
09:00 – Arbeit
11:30 –
wer kann, trifft sich in der Küche zu einem kleinen Imbiss, da kommen auch die Angestellten dazu
13:30 – Mittagessen, danach Siesta
16:00 – Arbeit
19:30 – Vesper
– Abendgebet der Kirche
20:00 – Hl. Messe
20:30 – Abendessen
(ja, wirklich schon eine halbe Stunde nach der Messe. Hier dauert kaum eine Werktagsmesse länger als 20 Minuten. Das liegt einfach daran, dass die Spanier schneller sprechen), anschließend Rekreation
22:15 – Komplet
– Nachtgebet der Kirche

In diesem Tagesablauf bringt jede noch eine halbe Stunde geistliche Lesung unter, und natürlich kommt dazu noch das persönliche Gebet. Der Plan ist nicht in Stein gemeißelt, als Säkularinsitut ist man ja mitten in der Welt, da kommen oft unvorhergesehene Umstände dazwischen. Mal kommt Besuch, mal besuchen wir jemanden, mal fährt eine von uns irgendwohin … Flexibilität ist hier wirklich angesagt. Umso wichtiger ist es, gerecht abzuwägen: Wann kann ich meine Gebetszeiten legen, wie mache ich es, dass ich genug Zeit für Gott habe – und mir damit selbst das Lebenselixir gebe?

Einer unserer Wochendienste – neben den „normalen“ wie Tischdienst, Müll rausbringen, Lektor etc., ist auch „Cambio de Misa“, Besuch einer anderen heiligen Messe als der um 20 Uhr. Denn eine muss zuhause sein, wenn die Frauen aus dem Projekt nach Hause kommen, ein Problem haben, etwas benötigen. Oder auch wenn das Telefon klingelt. Das normale Leben hier ist nie richtig normal, denn immer gilt es zu bedenken, dass wir Dienende sind. Im Dienst Gottes zu stehen heißt für uns auch: im Dienst unserer Arbeitgeber (wenn wir auswärtig arbeiten), im Dienst der Gemeinde vor Ort und im Dienst unserer aktuellen und ehemaligen Bewohnerinnen. Und wenn es um 23 Uhr klingelt, dann ist eben nicht Feierabend. Aber ich muss sagen, dieses Leben bietet auch einen großen Reichtum, den es jeden Tag neu zu entdecken gibt, und ich bin dankbar dafür, dass ich es leben darf.

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Responses

  1. […] Beginn der Hl. Messe. Auf dem Tisch stand die von einer spanischen Mitschwester (in Spanien hatte ich ja das erste halbe Jahr in der Gemeinschaft verlebt) sehr liebevoll und wunderschön für mich […]


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