Verfasst von: Cornelia | 28. September 2010

Heilige Lioba

Heute ist für meine Gemeinschaft ein großer Festtag. Wir heißen zwar Institut St. Bonifatius, haben aber neben dem Heiligen Benedikt (als Stammvater aller benediktinischen Gemeinschaften) und dem Heiligen Bonifatius noch eine weitere Patronin: die heilige Lioba.

Lioba (geboren um 700 in Westengland) wurde von ihren Eltern, die lange Zeit kinderlos geblieben und sie unerwartet noch im Alter empfangen hatten, in ein Benediktinerinnenkloster in England gegeben. Ihre dortige Gemeinschaft stand in Kontakt mit Bonifatius, dem „Apostel der Deutschen“. Zwischen Lioba und Bonifatius hatte sich Vertrauen und Zuneigung entwickelt, und so setzte er sie als Äbtissin des Klosters Tauberbischofsheim ein, das seine Missionsarbeit unterstützte, außerdem als Oberleiterin mehrerer weiterer von ihm gestifteter Klöster in der Umgebung von Fulda und in Thüringen. Dort wurden Frauen und Töchter des ansässigen Adels erzogen und ausgebildet. Lioba, die Latein verstehen, lesen und schreiben konnte, richtete selbst noch mehrere Klöster ein. In Tauberbischofsheim wurden die Lehrerinnen für all diese Klöster ausgebildet. Vor seinem Märtyrertod überreichte ihr Bonifatius sein Mönchsgewand. Lioba pflegte regen Kontakt mit den Mächtigen ihrer Zeit, unter anderem mit Pippin dem Jüngeren und Karl dem Großen sowie dessen Frau Hildegard, mit der sie eine rege Freundschaft verband. Ihre Base Thekla folgte Lioba 750 im Amt als Äbtissin nach. Als sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte, zog sie sich auf das Gut Schornsheim zurück, das ihr Karl der Große geschenkt hatte. Dort starb sie um das Jahr 782.

Am Grab der Heiligen Lioba in Fulda sollen viele Wunder geschehen sein; kranke Kinder, deren Kleidung man auf ihr Grab legte, sollen geheilt worden sein, und ein Spanier, der an einem Zittern und Schütteln all seiner Glieder litt, das niemand zu lindern vermochte, soll ebenfalls gesundet sein.

Wer mehr über die Heilige Lioba wissen möchte, schaue ins Heiligenlexikon oder bei Orthodoxie in Deutschland. Dort steht viel mehr als in meinem kurz gehaltenen Überblicksartikel.

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Responses

  1. Schön, dass ich ausgerechnet heute etwas über die Hl. Lioba erfahren habe. Am Sonntag war in unserer katholischen Nachbargemeinde St. Lioba Patrozinium und ich habe mich gefragt, wer die Hl. Lioba eigentlich war.
    Nachdem bloggen bildet, bin ich jetzt ein bissl klüger. (Ok- ich hätte mir auch die Mühe machen können, im Heiligenlexikon zu schauen…)

    • So kann ich einer evangelischen Pfarrerin nochmal was beibringen. 🙂


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