Verfasst von: Cornelia | 25. Dezember 2010

Heute ist euch der Heiland geboren, Christus der Herr!

Gesegnete Weihnachten allen!

Es ist mein erstes Weihnachtsfest in der Gemeinschaft, und so war ich vorher ziemlich gespannt, was denn auf mich zukommt.
Die zwei Tage vor Weihnachten, am 23. und 24. Dezember, hatten wir viel zu tun – wie alle Leute. Und doch war es anders als „normal“. Zwar lag genauso der Hausputz an wie bei fast jeder Familie, die Weihnachten feiert, und auch wir haben einen Tannenbaum aufgestellt und geschmückt – das Schmücken ist mir zugefallen – und die Krippe aufgebaut (besser: die Krippen, denn wir haben eine afrikanische unter dem Weihnachtsbaum und noch eine andere in der Kapelle). Auch bei uns gab es unendlich viel zu tun, mit dem Unterschied, dass es sich nicht um Geschenke drehte – naja, ein paar Plätzchentüten haben wir gepackt, aber das war auch alles.

Am 24. am Nachmittag gingen wir auch noch in der Gemeinde helfen, dort gab es eine Feier vor allem für die Senioren, mit Kaffeetrinken und weihnachtlich geschmückten Tischen und Besinnungsteil und Krippe und Baum. Das war echt sehr schön, ich bin mit ganz unterschiedlichen Menschen ins Gespräch gekommen, für manche war diese Feier die einzige Gesellschaft, die sie zu Weihnachten haben. Immer wieder finde ich es faszinierend, mit welcher Freude und Ergriffenheit ältere Menschen Weihnachtslieder singen. Als alle dann sicher auf den Heimweg gebracht worden waren, mit ehrenamtlichem Fahrdienst oder zu Fuß, konnten auch wir wieder heim gehen.

Abends beteten wir dann als erstes die erste Vesper von Weihnachten, die schon ein wenig feierlich wurde, danach gab es Abendessen (Kartoffelsalat und Würste), und nachdem wir dann alles aufgeräumt hatten, ging es wieder in die Kapelle, wo es „richtig“ Weihnachten wurde. Wir lasen das Weihnachtsevangelium, zuerst auf Deutsch, danach in fünf verschiedenen Sprachen – um uns daran zu erinnern, dass dies eine Frohbotschaft für alle Völker ist. Auch ich durfte lesen, auf Polnisch. Am Ende dieser kleinen Feier durfte ich als Jüngste die Kerze bei der Krippe anzünden, als Zeichen, dass jetzt das Christkind „geboren“ ist …

Danach gingen wir ins Wohnzimmer, um ein wenig beisammenzusitzen und zu feiern, bei Weihnachtsplätzchen und Glühwein wünschten wir uns alle frohe Weihnachten. Wir plauderten ganz gemütlich, bis es Zeit war, die Vigilien zu beten – die Psalmen und vor allem die gesungenen Antiphonen waren wunderschön, sowohl die Texte als auch die Melodien. Die Vigilien wurden ja ursprünglich in den Klöstern in der Nacht gebetet, in einigen wird es bis heute so gehandhabt. Das erste Mal, als ich das erlebt habe, war ich sofort fasziniert – ja, lange dauert es, aber es ist eine ganz besondere Stimmung, eine tiefe Ruhe, und ich kann mich einfach viel besser auf das Gebet konzentrieren als in der Geschäftigkeit des Tages. So genoss ich diese Weihnachtsvigilien, und als sie vorbei waren, gingen wir gemeinsam in die Christmette. Wir können ja froh sein, dass wir so nahe an unserer Kirche wohnen, denn hier in Münster sind ja nur die absoluten Hauptverkehrsstraßen geräumt. Gerade ältere Menschen haben es schwer, sich in diesen Schneemassen noch zu bewegen. Einer Dame habe ich den Rollator über die Straße getragen – alleine wäre es ihr wohl kaum möglich gewesen, auf die andere Seite zu kommen. Dementsprechend halbvoll war dann auch die Kirche. (Schade!)

Ja, und heute gab’s eine von der Choralschola gestaltete Messe – wunderschön traditionell, mit vielen lateinischen Chorälen halt. Die hat mir richtig gut gefallen. Zum Mittagessen gab’s Gans, wir hatten Besuch, guckten zwischendurch noch „Urbi et orbi“, und morgen gehe ich ins Pontifikalamt in den Dom. Schön, oder?

Advertisements

Responses

  1. Ja, schön: Weihnachten konzentriert auf das Wesentliche – das Gott um unseretwillen Mensch geworden ist … und wir diese Liebe an andere Menschen weitergeben können. Gesegnete Weihnachten!

  2. Liebe Cornelia,

    danke für diesen schönen Bericht über das Weihnachtsfest in der Gemeinschaft. Ich kann es gut nachvollziehen, dass Dir die Liturgie in allen ihren Facetten viel Freude im Herzen gegeben hat.

    Ich wünsche Dir und allen Lesern dieses Blogs ebenfalls eine gesegnete und frohe Weihnachtsoktav!

    Rainer


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: