Verfasst von: Cornelia | 19. Dezember 2011

Wir haben Seinen Stern aufgehen sehen.

Es ist doch jedes Jahr wieder gleich: Kaum ist es Dezember, kaum nähert sich das Weihnachtsfest, fangen meine Finger wie von selbst an, Sterne zu falten. Und jedes Jahr kenne ich wieder andere Menschen, die ich damit erfreuen kann. Dieses Jahr habe ich einige Sterne für die Bahnhofsmission und für ihre Mitarbeiter gefaltet. Schon vor Jahren habe ich auch eine Anleitung erstellt, die ich auf meine damalige Homepage setzte – mit dem Erfolg, dass diese Homepage regelmäßig im Dezember (und in späteren Jahren auch schon im November, manchmal gar ab Oktober) nicht mehr erreichbar ist, da das kostenlos verfügbare Traffic-Volumen von 1 GB erschöpft ist. Und so hab ich mir gedacht, dass ich die eigentlich mal hier rüber kopieren könnte – in dem Stil, wie ich 2006 schrieb, mit den gleichen Bildern wie damals, aber immer noch aktuell. Dann kann es ab sofort wieder heißen: Wir haben Seinen Stern aufgehen sehen!

Zutaten für einen 3D-Stern

Du brauchst dafür:

  • 30 Blatt Papier (quadratisch, ich nehme 9 cm Kantenlänge, da es das als Notizblockformat in unserem Schreibwarenladen gibt. Wenn es viel kleiner wird, dürfte es bald fummelig werden, aber viel größer ist auch nicht gut, weil der Stern an Stabilität verliert. Qualität des Papiers: Normales, also irgendwas zwischen 60 und 100 g/m²).
  • eine freie Fläche, ca. 30 mal 30 cm – zum Falten; mehr schadet nicht.
  • gutes Licht zum Arbeiten.
  • Geduld, und davon ein bisschen.
  • Zeit. Mein erster Stern ist nie fertig geworden, den zweiten hab ich mit meiner Schwester zusammen gefaltet – wir haben zwei Stunden gebraucht. Aber je mehr Übung man hat, desto fixer geht es.
  • ein Mindestmaß an Fingerfertigkeit. Aber keine Angst, ich hab’s ja auch geschafft, und sonst bin ich doch mit meinen Händen nicht wirklich geschickt.

Hast Du das alles? Na, dann kann’s ja losgehen!

Auf in den Kampf!

Schritt 1: Das einzelne Blatt

Man nehme also das erste Blatt zur Hand und lege es vor sich auf die Faltfläche.

Dieses Blatt faltet man einmal quer.

Man faltet es wieder auf.

Die untere rechte (!) Ecke wird bis an den Mittelfalz hochgefaltet.

Das wiederholt man mit der gegenüberliegenden Ecke.

Dann dreht man das ganze um.

Eine von den umgeknickten Ecken wird jetzt wiederum an den Mittelfalz gefaltet.

Das wiederholt man auf der gegenüberliegenden Seite.

Dann dreht man das ganze wieder um.

Jetzt wird’s ein wenig kompliziert zu erklären: Der rechte Papierteil wird nach vorne heruntergeklappt, und zwar an der Linie von der unteren rechten Ecke zur von hinten nach vorne herumgeklappten Ecke. Hä? Bahnhof? Ich hoffe, das Bild sagt mehr als 1000 Worte. Auch, wenn es leicht ungünstig war, zum Vorführen ausgerechnet das gelbe Papier zu nehmen.

Gut? Ja, dann wird das wie immer an der gegenüberliegenden Seite wiederholt.

Und dann drehen wir es natürlich wieder um.

Jetzt werden nur noch die überstehenden Dinger da nach vorne gefaltet.

Und das ganze dann in der Mitte zusammengeklappt.

Schritt 2: Das Zusammensetzen

So, das machen wir jetzt zunächst mit noch zwei Blättern, damit wir drei haben.
Wenn wir drei haben, dann kommt ein Schock, denn ein Teil der Arbeit war wohl vergeblich: Wir falten bei jedem einen Teil wieder auf! Und zwar jeweils bei einem der zusammenhängenden Dreicke, so dass wir eine „Teilpyramide“ erhalten.

Ich bitte um die werte Aufmerksamkeit: Da ich vielfach zu hören bekam, dass das Zusammensetzen der Sterne wohl nicht so ganz verständlich ist, habe ich mich entschieden, das noch ein wenig weiter auszuführen, als es bisher der Fall war. Antje Berger hat mir einige Bilder zur Verfügung gestellt, sodass ich mich nicht selbst erneut ans Knipsen machen muss (es sind die mit dem weißen Papier). Vielen herzlichen Dank dafür!

Wir nehmen zwei Teilpyramiden, so dass die noch zusammengefalteten Dreiecke einen Winkel von 90° Bilden.

Wir stecken die Teilpyramiden ineinander, und zwar so, dass die äußere in der Außentasche der inneren steckt. (Erwähnte ich schon, dass meine Erklärungen eher lausig ausfallen?)

Und die dritte wird auf die gleiche Weise im 90°-Winkel zur zweiten reingesteckt.

Jetzt wird’s ein wenig Fummelkram: Die überzählige Lasche von der ersten muss in die Tasche der dritten Teilpyramide, so dass wir eine dreiseitige Pyramide bekommen. Devise: Mit Gewalt geht alles!

So, der erste Zacken vom Stern ist ferig. Jetzt falte erstmal ein paar neue Blätter zurecht, die Du unten an die noch abstehenden Enden anbauen kannst, alles in der gleichen Art und Weise.

„In der gleichen Art und Weise“ bedeutet: Eines der überstehenden Enden am stumpfen Ende des Zackens auffalten, …

… ein neues Teil ansetzen …

… und ein drittes …

… und wieder (wie schon beim ersten Zacken) die „überzählige“ Lasche in die Tasche des ersten Teils (also dessen, der direkt am ersten Zacken „dranhängt“) hineingesteckt werden.

… und schon haben wir den zweiten Zacken drangebaut.

Wichtig ist jetzt nur noch eines: Es haben immer fünf Zacken ein gemeinsames Zentrum, um das sie sich anordnen.

Das heißt, wenn vier Spitzen fertig sind, werden die zwei losen Enden verbunden und mit nur noch einem neuen Teil zur fünften Spitze zusammengesetzt. So sieht das danach aus:

Der Rest geht quasi wie von selbst. Alles kein Problem, oder?

Schritt 3: Geschafft!

So, jetzt ist es also geschafft: Der Stern ist fertig. War doch gar nicht schwer, oder?

Ich hoffe, es hat Spaß gemacht. Zum Schluss nur noch ein ernster Hinweis: Sterne falten kann süchtig machen!

Ich danke Matthias, der mir beigebracht hat, solche schönen Sterne zu falten.

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Responses

  1. Was ich damals noch nicht wusste, aber jetzt nicht mehr unerwähnt lassen möchte: Der Erfinder dieses Sterns ist Pablo Bascetta. Ich halte ihn für ein Genie – wer sonst könnte sich sowas ausdenken?

  2. […] Und das, wo das Warten uns so quält und wir doch so viel anderes zu tun haben. Weihnachtsmärkte, Weihnachtssterne, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsplätzchen, Weihnachtsgeschenke,Weihnachtskarten – alles will […]

  3. hallo
    ich habe versucht diesen tern nach zu basteln..und ganz ehrlich ..
    ike bekomme es nicht hin….ganz besonders mit ie letzten schritte..
    wie soll das gehen???..
    vielleicht bekomm ike ja noch eine antwort!
    lg

    • Liebe Frau Sterni,

      schön, dass Du Dich an dem Stern versuchst und bei Schwierigkeiten nicht sofort aufgibst. Es lohnt sich, dranzubleiben.

      Leider weiß ich nicht, wo genau bei Dir die Schwierigkeiten liegen. Was soll ich noch einmal erklären (bitte etwas genauer als „Wie soll das gehen?“)?

      Liebe Grüße!

      • na wenn man die 4 spitzen hat…wie man denn weiter macht…
        ich habe mich meist nach die bilder gerichtet…

      • Dann nimmt man das übriggebliebene Teil von der ersten Spitze und das von der vierten, und zusammen mit einem neuen Teil macht man daraus die fünfte Spitze. Okay?

  4. Liebe Cornelia,

    noch ist ja etwas Luft bis zu den Weihnachtsvorbereitungen, aber schon denke ich wieder an meine Lieblingssterne…Wie schön, dass diese tolle Anleitung hier immer noch zu finden ist! Ich weiß nicht, wie viele Sterne ich schon gefaltet habe, aber zu Beginn der „Saison“ muss ich jedes Mal wieder nachschauen wie der Faltablauf ist. Nach ein paar Teilen geht es dann wieder wie im Schlaf…
    An dieser Stelle also ein dickes Dankeschön für deine Beschreibung, das muss man erst mal hinkriegen! Das Zusammensetzen ist ja nicht gerade einfach, und es zu erklären ist noch schwieriger!

    Herbstliche Grüße aus Hamburg
    Sabine


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