Verfasst von: Cornelia | 5. März 2014

Am Aschermittwoch geht’s erst richtig los.

Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
schenk auch ein reuevolles Herz
und führe auf den Weg zurück,
die deine Langmut irren sah

So singen wir in der Fastenzeit in einem Hymnus des Stundengebets. Gnadenzeit! Das ist doch ein Volltreffer! Ich hab’s selbst erlebt, es stimmt. Die Fastenzeit ist die einzige Zeit im Jahr, in der ich alles in Ordnung bringen kann, was mich schon lange an meinem Leben stört. Endlich schaffe ich es, die unsinnigen, zeitraubenden, nervtötenden Gewohnheiten abzulegen. Das geht sonst nie. Nicht einmal mit dem guten Vorsatz zum neuen Jahr. Wieso?

Ich glaube ja, dass es dafür mehrere Ursachen gibt.

  • Zum einen haben wir nie sonst eine so lange Zeit, in der wir uns kontinuierlich um die Besserung unserer Fehler bemühen. Es sind 40 Tage plus die dazwischengepackten Sonntage, an denen wir ja das Fasten unterbrechen, weil wir Auferstehung feiern.
  • Außerdem hat es einen Sinn, in dieser Zeit was zu ändern. An Neujahr etwas anders machen zu wollen, halte ich ja immer für sinnfrei. Denn das neue Jahr wird bald alt, und was motiviert uns dann zur Besserung? Aber in der Fastenzeit hat es einen Sinn, denn wir bereiten uns auf Ostern vor, auf Auferstehung, und dann feiern wir unsere Erlösung. Erlösung vom Tod, der im Leben symbolisiert wird durch all das, was an unserem Leben nicht stimmt.
  • Und darüber hinaus gehen wir diesen Weg gemeinsam. Nicht jeder macht in der Fastenzeit das gleiche wie ich, denn niemand sonst hat genau meine Fehler. Der eine isst weniger, weil er sich darüber wieder bewusster wird, dass nicht alles selbstverständlich ist. Der andere sagt einmal am Tag jemandem ein Lob oder ein Kompliment, weil er sonst immer so viel meckert. Und der Dritte surft weniger im Internet, weil ihm das die Zeit wegnimmt, die er für seine Familie braucht. Und hoffentlich denken alle ein wenig mehr an Gott. Wenn wir aber wissen, dass jeder an sich arbeitet – das ist das, was uns gemeinsam ist – dann fällt es uns viel leichter, dabeizubleiben. Das ist menschlich.

Ich jedenfalls bin froh, dass jetzt wieder die 40 Tage der Gnadenzeit da sind. Jetzt kann ich mit Gottes Hilfe wieder ein bisschen mehr Leben in mein Leben bringen, auf die Weise, wie es für mich in diesem Jahr nötig ist. Ohne Reue über das, was ich falsch mache, geht es nicht, denn wie sollte ich mich sonst auf den Weg zurückführen lassen? Aber ich weiß eins: Es lohnt sich. Denn am Ende der 40 Tage steht Erlösung, und wenn die jemand nötig hat, dann ich.

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