Verfasst von: Cornelia | 21. August 2014

Wie merke ich, dass ich berufen bin?

KOMM!Im Gespräch – wenn jemand weiß, dass ich Gott geweiht bin – werde ich immer mal wieder gefragt, wie man denn merkt, dass man berufen ist. Mir fällt es schwer, auf diese Frage zu antworten. Zum einen weiß ich nicht, wie man es merkt. Ich kann bestenfalls berichten, wie ich es gemerkt habe. Zum zweiten ist selbst das nicht so einfach. Denn die Stimme vom Himmel, die mir deutlich zurief: „KOMM!“, die hat es – zumindest in meinem Leben – nie gegeben.

Im Grunde gab es ein Ereignis – bei mir war es eine Romreise mit ziemlich vielen frommen Elementen – durch das ich gemerkt habe, dass ich etwas ändern möchte in meinem Leben. Also: Noch ehe ich etwas von Gottes Ruf merkte, spürte ich in mir eine Sehnsucht. Aber ich konnte zunächst nicht viel damit anfangen.

Zurück aus Rom ergab es sich, dass ich immer öfter aufmerksam wurde auf die Möglichkeit, die Heilige Messe zu besuchen. Nicht, dass mich jemand zwang. Aber ich bekam ein neues Gespür dafür, dass ich es könnte – und wollte. Es zog mich dorthin. Mit der Zeit ging ich immer öfter, am Ende täglich. Und es zog mich ebenfalls, immer mehr und immer regelmäßiger in Stille zu beten. Dabei kam ich immer mehr in ein Schweigen hinein. Und dann begann ich zu hören. Und das, was ich hörte, verunsicherte mich. Weil es so groß war und so unausweichlich – und weil ich Sehnsucht danach hatte.

Zum Glück gab es damals in meinem Bekanntenkreis eine Person, die ich fragen konnte. Jemanden, der sich auskannte und dem ich vertraute. Jemanden, den ich um ein Gespräch bat. Und als ich zum ersten Mal aussprach: „Ich glaube, Gott will etwas von mir – aber ich weiß nicht was“, da stieß dieser Jemand mich mit der Nase darauf: „Irgendwann muss sich jeder einmal Gedanken um seine Berufung machen.“ Berufung. Da war es zum ersten Mal, dieses Wort. Und ich wusste instinktiv: Das ist das Wort, das beschreibt, was an mir geschieht.

Von da an war es ein langer Weg des Fragens, Prüfens und Klärens. Zum einen musste ich herausfinden, wohin ich denn wollte oder sollte. Und das, wo ich am Anfang gar nichts wusste über Berufung und geweihtes Leben. Aber zum Glück gibt es ja Google, das Internet und Menschen, die man (nicht nur über das Internet) um Hilfe fragen kann. So konnte ich mich wirklich auf den Weg machen. Auf diesem Weg ging aber nicht immer alles glatt. Es gab Hindernisse, es gab Zweifel, es gab Umwege (die bekanntlich die Ortskenntnis erweitern). Manchmal wollte ich das alles einfach sein lassen – aber dann machte ich immer wieder die Erfahrung, dass ER mich nicht lässt.

Seit dem Moment, in dem er mich ergriffen hat, hat er mich nicht einen Moment wieder aus seiner Hand gelassen. Aber gehen musste ich den Weg dennoch selbst. Fünf Jahre dauerte es, bis ich in meine Gemeinschaft eintrat – und bis dieser Blog begann. Und das war ja noch nicht das Ende des Weges. Berufung klärt sich in einem Prozess, und wer sich auf diesen Prozess mit Gott einlässt, der wird sie immer tiefer erfassen lernen. Ich weiß nicht, ob dieser Weg jemals endet – wenn überhaupt, dann vielleicht mit dem Ruf heim ins Himmelreich.

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Responses

  1. Groß! Danke für’s Teilen!

  2. […] ich, nicht kleinlich zu sein. Ich glaube, dass Gott mit meinem Leben etwas vorhat, dass er mich berufen hat, einen Weg zu gehen. Einen Weg, der zum Leben in Fülle führt, der in sich schon das Leben in […]

  3. […] wir damals. Für mich persönlich lag Köln mitten in der ersten Phase der Zeit, in der ich meine Berufung entdeckte. Die Gewissheit, in dieser Umbruchszeit meines Lebens nicht allein zu sein, weil Gott […]


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